Als unser Sohn Max in die zweite Klasse kam, stand er jeden Morgen mit Bauchschmerzen auf. Reizüberflutung, Leistungsdruck, soziale Unsicherheiten – alles wurde zu viel. Die Lehrerin schlug vor, eine Schulbegleitung zu beantragen. Ehrlich gesagt: Wir waren skeptisch.
Was würde das für Max bedeuten? Würde er stigmatisiert werden? Würde es überhaupt helfen? Doch je mehr wir uns informierten, desto klarer wurde: Wir müssen etwas verändern – für Max.
"Es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten"
Die Begleitung hat Max nicht nur durch den Unterricht geholfen – sie war da, wenn es zu viel wurde, hat zugehört, Strukturen gegeben, Mut gemacht.
Nach ein paar Wochen merkten wir eine Veränderung: Max stand morgens nicht mehr mit Bauchschmerzen auf. Er war nicht überdreht, aber ruhig. Stabil. Fast erleichtert. Die Schulbegleitung war für ihn wie ein sicherer Anker im Trubel des Schulalltags – jemand, der ihn nicht drängte, aber auch nicht allein ließ.
Er fing an, sich wieder auf neue Dinge einzulassen. Sprach im Unterricht mit. Lachte in den Pausen. Und wenn es doch mal zu viel wurde, wusste er: Ich darf eine Pause machen. Ich werde verstanden.
Nicht jeder Tag war einfach. Aber keiner war mehr so schwer wie vorher.
Wir hatten nicht erwartet, wie viel Leichtigkeit zurückkommen kann, wenn jemand mitgeht – nicht vorweg, nicht hinterher, sondern genau auf Augenhöhe.
Wir wünschen jedem Kind, das es braucht, so eine Unterstützung. Denn Teilhabe beginnt mit Vertrauen – und manchmal mit einem mutigen Schritt.

